Aspartam und Krebs

 

(Zentrum der Gesundheit) - Schon ein Light-Getränk pro Tag kann laut einer aktuellen Studie zu einer höheren Krebsgefahr führen. Bekannt war bisher, dass Softdrinks das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöhen sowie zu Gehirnschäden und bei schwangeren Frauen zu einem höheren Frühgeburtenrisiko führen könnten. Jetzt kommt dazu noch das verstärkte Risiko, an Leukämie, Knochenmarkskrebs und Lymphdrüsenkrebs zu erkranken. Der Konsum von Softdrinks lohnt sich also nicht wirklich und der Zeitpunkt für eine Änderung der Trinkgewohnheiten war nie passender als heute. Achten sie als Verbraucher auch auf andere Lebensmittel wie Kaugummis. Vermeiden sie jeglichen Kontakt mit dem Süßstoff ASPARTAM!


 

 

Softdrinks erhöhen Krebsrisiko

 

Sie stehen auf Cola light, auf Eistee ohne Zucker, auf den roten Bullen sugarfree oder auf Diät-Fruchtschorle? Alle diese Light-Getränke haben eines gemeinsam: Sie enthalten den Süssstoff Aspartam und erhöhen vermutlich aus diesem Grund das Krebsrisiko. Das zumindest ist das wenig beruhigende Ergebnis einer aktuellen Untersuchung, bei der sich herausstellte, dass zuckerfreie Softdrinks das Risiko für Leukämie (Blutkrebs) erhöhen können. Bei Männern – so die Studie – zeigte sich durch Diät-Limo-Konsum ferner auch ein höheres Risiko für multiple Myelome (Knochenmarkskrebs) und für das Non-Hodgkin-Lymphom, einer Art Lymphdrüsenkrebs.


Besagte Studie wurde im Vergleich zu anderen Untersuchungen, die sich bislang dem Thema Aspartam als möglichem Krebserreger angenommen hatten, über einen sehr viel längeren Zeitraum durchgeführt. Gleichzeitig ist es die bisher umfangreichste und detaillierteste Aspartam-Studie und damit deutlich ernster zu nehmen als frühere Studien, in denen anscheinend kein besonderes Krebsrisiko durch Süssstoff-Verzehr erkannt wurde.

 


Die bisher gründlichste Studie zu Aspartam

 

Um die Auswirkungen der mit Aspartam gesüssten Softdrinks auf die menschliche Gesundheit herauszufinden, analysierten die Forscher Daten der Nurses Health Studie und der Health Professionals Follow-Up Studie. Insgesamt 77.218 Frauen und 47.810 Männer nahmen an den beiden Studien teil, die über einen Zeitraum von 22 Jahren andauerten.

Alle zwei Jahre wurden die Studienteilnehmer mit Hilfe eines ausführlichen Fragebogens zur Ernährung befragt. Darüber hinaus wurde ihre Ernährungsweise alle vier Jahre erneut beurteilt. Vorhergegangene Studien, in denen keine Verbindung zwischen Aspartam und Krebs festgestellt werden konnte, untersuchten die Studienteilnehmer nur zu einem einzigen Zeitpunkt, wodurch die Genauigkeit dieser Studien doch sehr bezweifelt werden darf.


Ab einer Diät-Limo pro Tag steigt das Krebsrisiko

 

Die Ergebnisse der aktuellen Aspartam-Studie zeigten nun Folgendes: Schon eine Dose Diät-Limo von 355 ml am Tag führt – verglichen mit Kontrollpersonen, die keine Diät-Limos tranken – zu

  • einem um 42 Prozent höheren Risiko für Leukämie (Blutkrebs) bei Männern und Frauen,

  • einem um 102 Prozent höheren Risiko für multiple Myelome (Knochenmarkskrebs) bei Männern und

  • einem um 31 Prozent höheren Risiko für das Non-Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) bei Männern.


 

Tonnenweise Aspartam

 

Welcher Stoff in den Light-Getränken nun konkret das erhöhte Krebsrisiko mit sich bringt, ist ungewiss. Sicher ist jedoch, dass Diät-Softdrinks die (bei weitem) grösste Quelle für Aspartam in der Ernährung des Menschheit darstellen. Jedes Jahr konsumieren allein die US-Amerikaner 5.250 Tonnen Aspartam (die Europäer 2.000 Tonnen), wovon ungefähr 86 Prozent (4.500 Tonnen) in den täglich konsumierten Light-Getränken enthalten ist.


 

Frühere Studien bestätigt

 

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2006. Dabei erhielten 900 Ratten regelmässig Aspartam und wurden während ihrer gesamten Lebensdauer sorgfältig beobachtet. Obwohl diese Studie an Ratten durchgeführt wurde und immer wieder kritisiert und angezweifelt wurde, rückt sie nun erneut ins Rampenlicht. Jene Ratten nämlich, die Aspartam gefressen hatten, zeigten genau dieselben Krebsarten wie die Diät-Limo-trinkenden Menschen in oben erwähnter Studie: Leukämie und Lymphome.


 

Die beste Limo ist keine Limo

 

Falls Sie jetzt mit dem Gedanken spielen sollten, statt Ihrer Cola light doch lieber wieder zur normalen, also mit Zucker gesüssten Cola zu greifen, dann hält die beschriebene Studie für Sie noch eine kleine Überraschung bereit: Männer nämlich, die eine oder mehrere „normale“ zuckerhaltige Limonaden am Tag tranken, wiesen ein noch höheres Risiko für das Non-Hodgkin-Lymphom auf als die Diät-Limo-Männer. Die gesündeste Limonade ist also eindeutig gar keine Limonade.


 

 

Quellen:


Lesen Sie mehr unter: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/aspartam-krebs-ia.html#ixzz3penIcZ8E

 

 

Anmerkung:

Europaweit sind derzeit sechs Süßstoffe zugelassen: Acesulfam K, Aspartam, Cyclamat, Neohesperidin DC, Saccharin und Thaumatin. Um ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit zu gewährleisten, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO bestimmte Tagesmengen festgelegt, die als unschädlich gelten. Der so genannte ADI-Wert (acceptable daily intake) bezeichnet die maximale Menge eines Stoffes, der nach heutigem Wissensstand täglich während des gesamten Lebens ohne gesundheitliche Bedenken aufgenommen werden kann. ADI-Werte stellen keinen toxikologischen Grenzwert dar, so dass selbst dann keine Gefahr für die Gesundheit besteht, wenn die Mengen gelegentlich überschritten werden. Allerdings werden immer nur einzelne Zusatzstoffe untersucht. Wie sie in Kombination mit anderen wirken, wurde bisher nicht erforscht.

 

Zuckersüße Stoffe

Süßstoffe sind synthetische oder natürliche Stoffe, liefern keine oder nur sehr wenig Energie und besitzen eine enorme Süßkraft. Sie können 30- bis 3000fach süßer schmecken als Haushaltszucker. Miteinander kombiniert haben die künstlichen Süßmacher einen noch intensiveren Süßgeschmack als die einzelnen Substanzen. Experten sprechen von einem synergistischen Effekt. Als Mischung verbessert sich gleichzeitig ihr Geschmack. Daher finden sich in den meisten Lebensmitteln mehrere verschiedene Süßstoffe.

 

Die Süßmacher unter der Lupe

Acesulfam K (E 950) wurde Ende der 60er Jahre in Deutschland entdeckt. Seine Süßkraft ist 200-mal stärker als die des gewöhnlichen Haushaltszuckers. Der süße Geschmack von Acesulfam K wird schnell wahrgenommen, klingt aber rasch wieder ab. Kombiniert mit anderen Süßstoffen schmeckt die synthetische Substanz noch süßer, außer in Verbindung mit Saccharin. Da Acesulfam K unverändert ausgeschieden wird, gilt es als unbedenklich. Der ADI wurde auf 15 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag festgelegt. Bei der Bewertung stützte sich die WHO allerdings fast ausschließlich auf Daten des Chemiekonzerns Hoechst. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens für Indien 1997 zeigte sich bei Mäusen eine Veränderung ihres Erbguts, als sie pro Tag mehr als 60 Milligramm Acesulfam K pro Kilogramm Körpergewicht verfüttert bekamen. Daher sind mittlerweile Zweifel an der Unbedenklichkeit des Süßstoffes aufgekommen.

Unter dem Namen "NutraSweet" ist Aspartam (E 951) im Handel. Es wurde 1965 bei der Suche nach einem Mittel gegen Magengeschwüre zufällig entdeckt. Heute wird der Dipeptidmethylester synthetisch aus den Aminosäuren Asparagin und Phenylalanin sowie Methanol hergestellt. Unser Verdauungstrakt zerlegt den Stoff wieder in diese Bestandteile. Die dabei freiwerdenden Mengen des Alkohols Methanol werden als zu gering für toxische Wirkungen angesehen, so dass Aspartam im Rahmen des ADI-Wertes als gesundheitlich unbedenklich gilt. Doch obwohl der Zulassung umfangreiche Untersuchungen vorausgingen, bleibt Aspartam umstritten. Nach wie vor wird es mit Krämpfen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und weiteren Missempfindungen in Verbindung gebracht. Menschen mit der seltenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie müssen aspartamhaltige Lebensmittel gänzlich meiden. Sie erkennen diese an der vorgeschriebenen Kennzeichnung: "enthält eine Phenyl-alaninquelle".

Abfallprodukte der Forschung

Cyclamat (E 952) ist ein weiteres Zufallsprodukt der Arzneimittelforschung. Die Substanz, deren Süßkraft das 30-35fache von Haushaltszucker beträgt, wurde zufällig auf der Suche nach einem fiebersenkenden Mittel entdeckt. Seine Süßkraft steigt ebenfalls durch andere Süßstoffen an, es wird daher meist mit Saccharin gemischt. Hergestellt wird Cyclamat aus Cyclohexylamin, das ebenso wie Dicyclohexylamin als Verunreinigung im Endprodukt vorhanden ist. Cyclohexylamin kann zudem aus Cyclamat in Lebensmitteln frei gesetzt werden und fällt vor allem beim Abbau des Süßstoffes durch die menschliche Darmflora an. In hoher Konzentration wirkt es blutdrucksteigernd und kann bei Ratten die Hoden schädigen.Cyclamat kann außerdem in Limonade zu 2-Cyclo-hexen-1-on reagieren, das als erbgutverändernd gilt. Diese Substanz lässt sich an einem intensiven Gemüsegeschmack erkennen. In den USA ist Cyclamat seit 1969 verboten, da es im Verdacht stand, Blasenkrebs auszulösen. Beim Menschen konnte dies allerdings nicht bestätigt werden.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg wurde Saccharin (E 954) in Deutschland als Zuckerersatz genutzt. Das um 1870 entdeckte Saccharin wird heute synthetisch aus Toluol, einem stark giftigen Lösungsmittel hergestellt. Verschiedene Untersuchungen fanden in Saccharin etwa 30 Verunreinigungen aus Nebenreaktionen sowie Abbauprodukte des Süßstoffs. Ihre gesundheitlichen Wirkungen sind bisher kaum untersucht. Im Organismus wird Saccharin zu 80 Prozent resorbiert, aber nicht verstoffwechselt, sondern unverändert über den Urin wieder ausgeschieden. Wegen des metallischen Beigeschmacks wird Saccharin meist mit anderen Süßstoffen kombiniert. Der ADI-Wert wurde auf fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag festgesetzt.

Süßstoffe aus der Natur

Thaumatin (E 957), als Talin auf dem Markt, ist ein Gemisch aus drei Eiweißketten, die im Samenmantel der Frucht des westafrikanischen Katemfe-Strauchs vorkommen. Von den Einheimischen wird die Frucht traditionell zum Süßen von Tee, Brot und Palmwein genutzt. Schon 1855 entdeckte der Afrikareisende Danielli die Substanz. Thaumatin ist damit der am längsten bekannte Süßstoff. Allerdings ist er in Deutschland erst seit 1998 zugelassen. Gentechnikern ist es bereits gelungen, das Thaumatin-Gen in Mikroorganismen einzuschleusen. Einer biotechnologischen Produktion steht damit nichts mehr im Wege. Entsprechende Patente sind bereits eingereicht.

Thaumatin schmeckt 3000-mal süßer als Saccharose und wirkt gleichzeitig geschmacksverstärkend. Zwar nimmt man den süßen Geschmack erst verzögert wahr, dafür hält er aber bis zu einer Stunde an, was die Einsatzbereiche einschränkt. Derzeit wird Thaumatin zum Süßen von Getränken, Kaugummis, einigen verarbeiteten Lebensmitteln wie Light-Produkten, Schokoriegeln und Tierfutter verwendet. Thaumatin hat einen lakritzartigen Beigeschmack und zerfällt beim Kochen und Backen, wobei es seine Süßkraft verliert. Toxikologisch gilt Thaumatin als unbedenklich, daher wurde kein ADI-Wert festgelegt.

Synthetisches Neohesperidin DC (E 959) wird aus seiner Vorstufe hergestellt, dem Flavonoid Neohesperidin, das von Natur aus in Zitrusfrüchten vorkommt. Seine Süßkraft ist etwa 300-mal stärker als die der Saccharose. Wegen seines lakritz- bis mentholartigen Beigeschmacks wird es nur in Kombination mit anderen Süßstoffen verwendet. Einsatzschwerpunkte sind Erfrischungsgetränke, Speiseeis, Süßwaren und Kaugummi. Die WHO hat einen ADI-Wert von fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag festgelegt.

Die neue Generation: Süße Peptide

Vor 25 Jahren konnte aus einer westafrikanischen Beere, Serendipity genannt, ein weiteres süßes Protein isoliert werden: das Monellin. Die Frucht wird von Einheimischen seit Jahrhunderten zum Süßen verwendet. Gentechnisch veränderte Hefen sind bereits in der Lage, Monellin zu produzieren. Das Produkt ist sogar hitzestabiler als das Original. Weder natürliches noch nachgebautes Monellin wird bisher eingesetzt. Wirtschaftlich interessant ist vor allem die gentechnische Herstellung.Aufgrund der negativen Schlagzeilen über die synthetischen Süßstoffe wurde im Pflanzenreich intensiv und systematisch nach weiteren süßen Proteinen gesucht. Gefunden haben die Wissenschaftler dabei Brazzein, Curculin, Pentadin und Mabinlin, die aber ebenfalls noch nicht verwendet werden. Es ist zu erwarten, dass auch diese süßen Proteine bald per Genmanipulation technologisch optimiert und preiswert herzustellen sind. Ihnen werden gute Marktchancen eingeräumt.

Machen Süßstoffe dick?

Wer Kalorien einsparen will, greift häufig auf die kalorienfreien Süßstoffe zurück. Erfahrungsgemäß lässt sich jedoch durch diesen Zuckerersatz kein Gramm abnehmen. Viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass die durch Süßstoffe eingesparte Energie durch Aufnahme anderer Lebensmittel ausgeglichen wird. Manche Studien zeigen sogar, dass Personen, die Süßstoffe bevorzugen, eher mehr Energie aufnehmen und dadurch häufig sogar zunehmen. Futtermittelhersteller wissen längst um die besondere Wirkung von Süßstoffen: Mit dem Slogan "Süßstoffe erhöhen Gewicht und Gewinn", preisen sie diese als Masthilfsmittel an. In der Futtermittelverordnung sind die Süßstoffe als Aromen und appetitanregende Stoffe aufgeführt.

Mehr Energie statt weniger

Experten erklären den Masteffekt durch die automatische Insulinausschüttung, auch "Kopfphasenreflex" genannt. Bereits durch den süßen Geschmack des Zuckers setzt die Bauchspeicheldrüse Insulin frei, noch bevor Zucker im Blut nachgewiesen werden kann. Dass Süßstoffe diesen Reflex ebenfalls auslösen können, wurde für Saccharin bereits vor über 50 Jahren belegt. Folgt dem süßen Reiz nun kein Zucker, sinkt der Blutzuckerspiegel durch das vorsorglich ausgeschüttete Insulin. Der niedrige Blutzucker löst dann ein Hungergefühl aus.

Was in der Tiermast erwünscht ist, führt bei abnehmwilligen Menschen zu einem ungewollten Effekt: Sie essen mehr statt weniger Kalorien. Die Versuche - insbesondere der Süßstoffindustrie - diese Wirkung zu widerlegen, waren bisher nicht überzeugend. Vielmehr erwiesen sich die Untersuchungsergebnisse als widersprüchlich. So vermuten Wissenschaftler, dass Aspartam die Freisetzung des Sättigungshormons Cholecystokinin auslöst, da es bei manchen Menschen den Appetit zügelt. Bei anderen Personen wirkt es über den oben beschriebenen Reflex aber appetitsteigernd.

Süßstoffe - Für Kinder ungeeignet

Um den ADI-Wert von Aspartam zu erreichen, müsste ein 70 Kilogramm schwerer Mensch täglich etwa sieben Liter einer mit Aspartam gesüßten Limonade trinken. Kinder erreichen aufgrund ihres geringen Körpergewichts allerdings sehr viel schneller die für Erwachsene berechneten ADI-Werte. Außerdem haben Kinder eine höhere Stoffwechselaktivität. Das heißt, ihre Organe arbeiten schneller und setzen mehr Energie und Nährstoffe um. Da die gesundheitlichen Folgen nicht abschätzbar sind, rät das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund generell davon ab, Kindern und Säuglingen Süßstoffe zu geben. Industriell hergestellte Säuglings- und Kleinkindnahrungen dürfen aus diesem Grund keine Süßstoffe enthalten.

Viele Eltern bieten ihren Kindern mit Süßstoffen gesüßte Naschereien an, um Übergewicht und Karies zu verhindern. Doch wie die Kieler Adipositas Präventionsstudie zeigt, ist Naschen nicht ursächlich für Übergewicht bei Kindern verantwortlich. Während 24,9 Prozent der normalgewichtigen Kinder täglich Süßigkeiten verzehrten, waren es bei den übergewichtigen nur 20,5 Prozent. Die Gewichtsunterschiede hängen vielmehr mit körperlicher Aktivität und sozialen Bedingungen zusammen; auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Um Karies vorzubeugen, sind mit Süßstoff gesüßte Naschereien ebenfalls nicht geeignet. Denn auch das übrige Essen enthält kariogene Substanzen. Die Verwendung süßstoffhaltiger Süßigkeiten verleitet eher dazu, die Mundhygiene zu vernachlässigen. Die intensive Süße der künstlichen Stoffe erhöht zudem schon bei den Kleinen die Geschmacksschwelle für süß, was den Verzehr von Süßigkeiten insgesamt fördert.

Süßstoffe - Nichts für die tägliche Kost

Süßstoffe sind aus den genannten Gründen für die tägliche Ernährung nicht zu empfehlen. Auch aus ökologischer Sicht sind die synthetisch hergestellten Substanzen aufgrund der aufwendigen Produktion keine Alternative zu natürlichen Süßmachern. Das gilt auch und insbesondere für die neue Generation der süßen Peptide. Sie können erst durch den Einsatz der umstrittenen Gentechnik ihren Siegeszug in die Supermarktregale antreten. Wenn es etwas Süßes sein soll, ist es für die Umwelt sowie für die Gesundheit besser, auf süßes Obst, Honig oder Fruchtdicksäfte zurückzugreifen.

Quelle: Berges, U.: UGB-Forum 2/01, S. 91-94

 

 

TV und Internet leisten Verblödung Vorschub

Cambridge-Forscher weisen Vorteile klassischen Lesens nach

Buch und PC: Nur eines davon macht schlau (Foto: Uwe Steinbrich, pixelio.de)

Cambridge (pte/07.09.2015/06:05) Fernsehen, Internet und Computerspiele machen nicht unbedingt schlau. Im Gegenteil, jede zusätzliche Stunde vor den Geräten sorgt für merklich schlechtere Noten beim General Certificate of Secondary Education (GCSE), dem britischen Gegenstück zur mittleren Reife. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der University of Cambridge http://cam.ac.uk . Mehr Zeit für Hausaufgaben oder klassisches Lesen dagegen ist - zumindest in Maßen - gut für die schulische Leistung.

 

845 britische Schülern analysiert

Theoretisch kann Fernsehen über das Zeitgeschehen informieren und dank Dokumentationen bilden, während das Internet im Informationszeitalter unverzichtbar für den Wissenserwerb scheint. Die Praxis allerdings sieht anders aus, wie die aktuelle Studie an 845 britischen Schülern zeigt. Denn diese haben beim GCSE umso schlechter abgeschnitten, je mehr Zeit sie vor Bildschirmen verbrachten. Wer mit 14,5 Jahren eine Stunde mehr moderne Medien konsumiert hat, kam der Cambridge-Studie zufolge dann mit 16 bei der Prüfung auf 9,3 Punkte weniger. Das entspricht zwei Notengraden in einem oder je einem Notengrad in zwei Fächern.

 

Während Fernsehen und Internet offenbar tatsächlich eher zur Verdummung der Bevölkerung beitragen, hat ein gutes Buch den gegenteiligen Effekt. Für jene Schüler, die mehr Zeit mit Hausaufgaben oder auch Lesen zum Vergnügen verbracht haben, gab es beim GCSE deutlich bessere Noten. Eine Stunde mehr dieser sinnvollen Beschäftigung entspricht der Studie zufolge gleich 23,1 Punkten bei der Prüfung. Allerdings galt das in der Studie nur, wenn diese Aktivitäten maximal vier Stunden täglich beanspruchten. Das liegt den Forschern zufolge wohl daran, dass nur sehr schwache Schüler noch mehr Zeit in Hausaufgaben investieren müssen, davon aber nicht wirklich etwas haben.

 

Sport statt Sitzen vor der Glotze

"Wir gehen davon aus, dass Programme zur Reduktion von Bildschirm-Zeiten wichtige Vorteile für Prüfungsnoten von Teenagern haben könnten und auch für ihre Gesundheit", meint daher Esther van Sluijs, Expertin für  Verhaltens-epidemiologie in Cambridge. Denn im Gegensatz zum Herumsitzen vor der Glotze oder dem PC hat physische Betätigung der Cambridge-Studie zufolge keinen Einfluss auf die schulische Leistung. Gesunder Sport wäre also ein viel sinnvollerer Ausgleich zum Lernen als Fernsehen oder Computerspielen.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Thomas Pichler
E-Mail: pichler@pressetext.com
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Website: www.pressetext.com

Eine ökologische Schweinemast
Der Umgang mit Zuchtschweinen stellt die Züchter vor große Aufgaben. Hier ein paar Antworten...
schweinemast.pdf
PDF-Dokument [434.9 KB]

Weiterführende Infomationen finden Sie unter diesem Link:

http://www.agrarnetz.com/thema/schweinemast

MONSANTO vergiftet die Welt!

Monsanto, ein amerikanischer Pharma Konzern ist für die Verendung vieler Nutztiere verantwortlich. Eine Freihandelszone mit den Amerikanern wäre der Untergang europäischer Kultur. Finger weg von der Freihandelszone mit Amerika ...

Die Europäer machen sich zu Handlangern amerikanischer Interessen!

GVO führen zu entsetzlichen

 

Missbildungen und Geburtsfehlern bei

 

Ferkeln

 

Jonathan Benson

 

Als der dänische Schweinebauer Ib Pedersen bemerkte, dass sich bei den Ferkeln in seinem Betrieb Krankheiten, Missbildungen und Totgeburten häuften, nahm er sich auf der Suche nach den Ursachen als erstes das Schweinefutter vor. Und was er da fand, bestätigte andere Hinweise: Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in konventionellem Viehfutter sind immer öfter für Geburtsfehler, Missbildungen, Spontanaborte und andere Wachstums- und Entwicklungsanomalien bei Schweinen und Rindern verantwortlich.

 

Bei einem Betrieb mit 13 000 Schweinen ist Pedersen Experte in der Aufzucht von Schweinen und weiß alles, was bei der Gesundheit von Schweinen als normal gilt. Deshalb war er besonders beunruhigt, als bei mehr Tieren als normal seltsame Krankheiten auftraten. Neben einer deutlich geringeren Geburtsrate beobachtete Pedersen, dass ungewöhnlich viele Schweine mit Missbildungen von Rückgrat und Gliedmaßen geboren wurden und dass viel mehr Ferkel als üblich starben.

 

»Als ich Gen-Futter verfütterte, beobachtete ich immer wieder Symptome von Magendrehung, Magengeschwüren oder häufigem Durchfall und Schweine, die mit Missbildungen geboren wurden«, erklärte Pedersen dem Journalisten Andrew Wasley von der Zeitung The Ecologist. Wasley hatte kürzlich intensiv über den Zusammenhang zwischen GVO und Problemen der Tiergesundheit recherchiert. »Als ich auf Gentechnik-freies Futter umstellte, verschwanden diese Probleme, manchmal innerhalb weniger Tage.«

 

Die Umstellung auf Gentechnik-freies Futter senkt die Kosten und steigert den Gewinn

 

Pedersen ist mit Sicherheit kein Einzelfall, denn Tierfarmer auf der ganzen Welt melden inzwischen mehr Krankheiten und Todesfälle von Tieren, wenn Sie GV-Tierfutter verwenden. Die Probleme verschwinden, wenn statt des Gen-Futters Gentechnik-freies Futter gegeben wird. Besonders problematisch sind Roundup-Ready-Sojabohnen von Monsanto, denn sie wurden mit dem giftigen Herbizid Glyphosat behandelt, das in mehreren Studien mit Geburtsfehlern, Hormonstörungen und anderen Problemen in Verbindung gebracht wurde.

»Landwirte, die sich die Mühe gemacht haben, GV-Anteile aus dem Futter zu entfernen, berichten über eine geradezu dramatische Verbesserung der Gesundheit ihrer Herden«, sagt Claire Robinson von der Organisation GM Watch. »Landwirte sollten sich Sorgen machen und die ›neue Norm‹ – wie einige Forscher sagen – von vermehrten Missbildungen, Tod und Verdauungs- und Fortpflanzungsproblemen bei der häufigeren Verwendung von GVO nicht hinnehmen.«

 

Alle, die wie Pedersen auf Gentechnik-freies Futter umgestellt haben, betonen, dass sie auf diese Weise langfristig Geld sparen. Nicht nur sind die Tiere bei Gentechnik-freier Fütterung seltener so krank, dass sie behandelt werden müssen, sondern transgene Sorten von Mais und Soja hemmen auch die Produktivität.

 

»Nach meiner Erfahrung bedeutet es für Landwirte höhere Produktionskosten und vor allem steigenden Antibiotika-Einsatz, wenn sie Gen-Pflanzen füttern«, sagt Howard Vlieger, ein Farmer aus Iowa, der bei der Koordination einer unabhängigen Studie geholfen hat, bei der die Gesundheit von mit Gen-Futter gefütterten Schweinen mit der anderer Tiere verglichen wurde, die Gentechnik-frei gefüttert wurden. Die Ergebnisse von Vliegers Studie bestätigen, was Pedersen auf seinem Hof beobachtet hat.

 

Vielen Landwirten bleibt nichts anderes übrig, als sich mit krankheitsverursachendem Gen-Futter abzufinden

 

Doch es ist gar nicht so einfach, erschwingliches Gentechnik-freies Futter zu finden. Denn leider ist selbst in Europa, wo GVO von der Öffentlichkeit abgelehnt werden, und wo eine Kennzeichnungspflicht für GVO besteht, Gentechnik-freies Futter immer schwerer aufzutreiben. Das liegt daran, dass Konzerne wie Monsanto die Saatgutvorräte beherrschen, bei denen sich Anbauer von Viehfutter in Nord- und Südamerika bedienen.

 

»Zu versuchen, Gentechnik-freies Futter aufzutreiben, ist ein Albtraum«, erklärte ein britischer Händler in The Ecologist. »Tatsache ist, dass es sehr schwer ist, zu versuchen, es sich in der erforderlichen Menge von großen Anbietern zu besorgen. Den Futterfirmen gehören die Schiffe und die Mühlen, und sie kontrollieren die Lieferkette.«

 

Weltwoche

03.11.2004, Ausgabe 45/04

Interview

«Diäten machen dick. Und krank»

Würde der Mensch auf seinen Körper hören statt auf Ernährungsexperten, ginge

es beiden besser. Nichts essen, was ihm nicht bekommt, und sei es noch so

gesund! – rät der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer. Darf’s etwas mehr sein?

Bitte.

Von Mathias Plüss und Beatrice Schlag

 

Herr Pollmer, Sie haben vorhin beim Essen den Salat verschmäht.

Warum?
Ich bin kein Freund von, nun ja, Laubwerk. Ein Kopfsalat entspricht

ernährungsphysiologisch etwa einem Papiertaschentuch und einem Glas

Wasser. Ich esse lieber etwas Nahrhaftes.

Warum essen Frauen mehr Salat als Männer?
Eine spekulative Antwort: Man hat im Salat opiumähnliche Substanzen

entdeckt – also Stoffe, die antörnen. Salatessen wäre demnach für Frauen

eine unverdächtige Methode, die Stimmung aufzuhellen. Männer haben dafür

ja das Bier. Hopfen ist botanisch der nächste Verwandte von Haschisch.

Sie sind eine imposante Erscheinung. Wie viele Diäten haben Sie

schon hinter sich?
Gar keine. In der Tat hat sich mein Gewicht in den letzten zehn Jahren

deutlich verändert – früher war ich eher der sportliche Typ. Die Menschen

ändern sich halt. Aber ich bin sowieso je länger, je mehr der Überzeugung,

dass Gewichtsfragen herzlich wenig mit dem Essen zu tun haben.

Wie bitte?
Es gibt einen einfachen Beleg dafür: Wenn Essen dafür verantwortlich wäre,

dass man dicker wird, dann müssten die ernährungstechnischen Ratschläge

der letzten fünfzig Jahre, die von Millionen Menschen ausprobiert worden sind,

doch wirksam gewesen sein. Aber wir sehen genau das Gegenteil. Es hat nichts

funktioniert.

Vielleicht, weil sich die Menschen zu wenig strikt an die Ratschläge

gehalten haben?
Gerade umgekehrt: Die Tipps der Ernährungsberater haben zu einem grossen

Teil dazu beigetragen, dass beispielsweise in den USA die Zahl der Fettleibigen

stark zugenommen hat.

Eine ziemlich kühne Behauptung.
Es mag zugegebenermassen paradox klingen. Aber in den USA macht sich

inzwischen selbst bei den offiziellen Stellen die Einsicht breit, dass die Zunahme

von Fettleibigkeit eine Folge ihrer jahrzehntelangen massiven

Low-Fat-Kampagne war.

Weniger Fett macht fetter?
Darum geht es nicht. Es geht darum, dass jeglicher Versuch, den Bauch mit

dem Kopf zu steuern, von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Meist führt

das sogar noch zu grösserer Gewichtszunahme als gedankenloses Futtern.

Man kann es nicht deutlich genug sagen: Diäten machen dick. Wir erfahren es

immer wieder, und immer wieder glauben es die Leute nicht und meinen, wenn

sie eine Diät machen, werde es funktionieren. Viele Studien belegen: Wenn eine Gruppe von Leuten ihre Nahrungszufuhr begrenzt und ganz bewusst gegen den eigenen Appetit kämpft, dann sind diese

Leute im Durchschnitt ein Jahr später dicker, als wenn sie die Diät nicht

gemacht hätten.

Wieso machen Diäten dick?
Eine Diät bedeutet für den Körper eine Hungersnot. Er fährt den

Energieverbrauch runter und nutzt jedes bisschen Nahrung bis aufs Letzte aus.

Deshalb nimmt man zwar zu Beginn einer Diät ab, aber nach einer Woche hat

der Körper den Trick raus und steuert dagegen. Sobald der enttäuschte Kunde

wieder normal isst, kehrt er dank der optimierten Futterverwertung rasch zum

Ausgangsgewicht zurück. Ab der zweiten oder dritten Diät kommt es dann zum

berühmten Jo-Jo-Effekt: Für den Körper handelt es sich um ein Zeitalter mit

massiven Hungersnöten – darum legt er sich nach jeder Diät ein zusätzliches

Reservepolster zu, der Gewichtsverlust wird überkompensiert. Gegen diese

Überlebensstrategie des Körpers sind wir machtlos.

Aber damit können Sie doch nicht erklären, wieso in der Schweiz

mittlerweile jedes fünfte Kind übergewichtig ist.
Das sind doch bloss Normen! Diese Zahlen können Sie beliebig manipulieren,

indem Sie die Definition ändern. Früher hat man die Körpergrösse in

Zentimetern minus hundert gerechnet, um das Normalgewicht zu bestimmen.

Später musste man davon noch zehn Prozent abziehen, dann zwanzig.    

Inzwischen redet alles vom Body-Mass-Index. Aber ob ein Kind wirklich

übergewichtig ist, kann ich doch nicht durch Multiplizieren von ein paar Zahlen

herausfinden.

Ist es nicht offensichtlich, dass unsere Kinder immer dicker werden?
Kürzlich habe ich in einem vielleicht zwanzig Jahre alten Schweizer Kinderbuch

geblättert. Da war ein Foto eines Mädchens drin, und ich dachte: So ein dickes

Kind habe ich schon lange nicht mehr gesehen in einem Buch. Damals galt das

noch als normal und wünschenswert. Vor noch nicht allzu langer Zeit hat man

die dünnen Kinder – die heute als ideal gelten – ja noch zu Mastkuren aufs Land

geschickt. Aber heute dürfte man dieses Kind aus dem Buch nirgends mehr

abbilden, weil es bereits als zu dick gilt. Auch die Leute, die wir im Fernsehen

zu sehen bekommen, werden immer dünner. Diesen Sommer habe ich in einer

Zeitung ein Bild aus einem Schwimmbad gesehen, wo man allen festeren

Kindern einen Balken über die Augen gemacht hatte. Wie im Verbrecheralbum.

Werden die Kinder nun dicker oder nicht?
In den letzten Jahren hat sich das Durchschnittsgewicht zumindest der

deutschen Kinder nicht geändert. Auch die Anteile der dünnen,

durchschnittlichen und dicken Kindern sind im Grossen und Ganzen seit

vierzig Jahren gleich. Allerdings werden seit 1997 die Dicken immer dicker –

darum «sieht» man immer mehr Dicke. Interessanterweise fällt das genau

zusammen mit dem Beginn der Abspeck-Kampagnen für Kinder. Da haben

Sie’s wieder: Diäten machen dick.

Wie würden denn Sie gegen die Fettleibigkeit vorgehen?
Wissen Sie, natürlich gibt es dicke Kinder. Aber die erste Reaktion kann doch

nicht sein: Die müssen wir jetzt schlank bekommen. Es gibt auch grosse

Kinder – da ist doch die Reaktion auch nicht: Die müssen wir jetzt kürzer

machen. Auch wenn es eine Reihe von Krankheiten gibt, die bei langen

Menschen häufiger auftreten als bei kurzen. Sondern man muss zuerst fragen,

warum das so ist.

Ja, warum?
Menschen gibt es in allen Grössen, Farben und Formen. Manche sind von Natur

aus dürr – andere sind halt ein bisschen pummelig, aber biologisch komplett

gesund. Wenn Sie so ein Kind auf sogenanntes Normalgewicht trimmen, dann

ist das übelste Form von Misshandlung.

Aber es gibt auch solche, die entgegen ihrer Veranlagung dick sind.
Ja. Bei diesen finden Sie in vielen Fällen familiäre Probleme. Da kann es schon

sein, dass das Kind aus Frust viel isst, aber das primäre Problem ist der Frust

und nicht das Essen. Ich kann doch einem solchen Kind nicht einen Diätplan in

die Hand drücken! Es braucht eine gehörige Portion Naivität, zu glauben, man

könne einem Heranwachsenden das Essen streichen und der werde dann

schlank. Viel wahrscheinlicher ist, dass er dick bleibt, aber nicht mehr gescheit

weiterwächst. Das ist übrigens nur eine von vielen möglichen Nebenwirkungen

von Diäten.

Nennen Sie weitere!
Bei Erwachsenen zum Beispiel Gallenstein, Diabetes, Osteoporose und

Herzinfarkt. Eigentlich müsste man Frauenzeitschriften im Frühling stets mit

dem Hinweis «Abnehmen gefährdet Ihre Gesundheit» versehen.

Moment – wir hatten gemeint, gerade Fettleibige hätten ein erhöhtes

Herzrisiko?
Das stimmt. Aber es steigt noch mehr, wenn sie abnehmen. Ein abgehungerter

Dicker ist eben etwas anderes als ein von Natur aus Schlanker – ein

abgemagerter Mops rennt ja auch nicht plötzlich wie ein Windhund. Wer Diäten

macht, hat ein erhöhtes Herzinfarktrisiko und eine geringere Lebenserwartung.

Und zwar unabhängig davon, ob er das tiefere Gewicht hält oder nicht. Die

schlimmste Nebenwirkung von Diätkampagnen ist allerdings die Essstörung. Bei

Jugendlichen erhöht eine strenge Diät das Risiko, eine Essstörung zu

entwickeln, um das Achtzehnfache.

Sie sprechen von Magersucht?
Ich spreche von Magersucht und Ess-Brech-Sucht. Damit Sie eine Idee von

der Grössenordnung haben: In deutschen Grossstädten zeigen inzwischen

15 Prozent der pubertierenden Mädchen Symptome einer Essstörung – also

etwa exzessive Hungerkuren, Erbrechen oder Einnahme von

Entwässerungsmitteln. Das ist ungeheuerlich, weil viele von ihnen schwere

körperliche und seelische Schäden davontragen und einige Fälle auch tödlich

enden werden. Und die Zahlen steigen. Mit der «five a day»-Kampagne werden

wir diese Rate locker auf 25 oder 30 Prozent hochtreiben. Die Mädchen können

Sie ja relativ einfach verrückt machen: indem Sie ihnen sagen, wenn sie weiter

so essen wie bisher, dann sähen sie nachher aus wie Mama.

Was ist das für eine Kampagne?
Fünfmal am Tag Obst und Gemüse. Das wird jetzt in Deutschland schon in den

Kindergärten propagiert. Bis dato waren die jüngsten Essgestörten in den

Kliniken zehn Jahre alt. Ein halbes Jahr nach Beginn der Kampagne haben wir

nun bereits Vierjährige mit Essstörungen.

Den Zusammenhang zwischen Ernährungskampagne und Magersucht

müssen Sie uns noch genauer erklären.
Nun, die erste Folge der Kampagnen ist das Rauchen, das bei jungen Mädchen

stark zugenommen hat. Mit Zigaretten ist es relativ einfach, das Gewicht zu

kontrollieren. Essstörungen sind schon viel gravierender: Wenn Sie den Körper

genug oft und lange Stress aussetzen, zum Beispiel durch Hungern, gerät der

Hormonhaushalt durcheinander – es werden körpereigene Drogen

ausgeschüttet. Der Betroffene gerät dann in eine Euphorie hinein, und die will

er natürlich immer wieder haben. Darum muss er immer weiter hungern oder

kotzen. Und der Königsweg zur Erzeugung von Drogen im Körper ist genau

die Kombination von Diät mit Ausdauersport, wie sie stets propagiert wird. Mit

den heutigen Massnahmen treiben wir die Kinder also geradewegs in die

Essstörungen hinein.

Wenn sie so schädlich sind – warum werden überhaupt

Ernährungskampagnen gemacht?
Wissen Sie, die Ernährung ist heute zur Religion geworden. Früher lauerte

die Sünde hinter der Schlafzimmertür – heute lauert sie hinter der

Kühlschranktür. Der Glaube an das Heil durch angeblich gesunde Ernährung

ist zum identitätsstiftenden Bekenntnis geworden. Wenn Sie daran zweifeln,

rufen Sie genauso ungläubiges Staunen hervor wie noch vor zwei Generationen

durch Zweifel an der Jungfrauengeburt. Aber letztlich stecken dahinter natürlich

die Interessen einer Gruppe von Menschen, die durch ihr Geheimwissen

Macht ausübt. Früher war das die Kirche, nun sind es die Ernährungspäpste.

Ein harter Vorwurf. Immerhin basieren die Ernährungsempfehlungen

auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Falsch. Wenn ein Experte behaupten würde, er habe herausgefunden, dass die

Schuhgrösse 27 die gesündeste sei, und darum müssten jetzt alle

Schuhgrösse 27 tragen, würde man ihn für verrückt halten. Aber wenn ein

Experte irgendeine Ernährungsweise für gesund erklärt, dann glauben alle, sie

müssten das jetzt nachmachen. Dabei sind die Unterschiede in der

Verdauungsphysiologie noch viel grösser als bei der Fusslänge. Jeder verträgt

gewisse Nahrungsmittel besser oder schlechter, das ist sehr individuell. Wenn

also eine allgemein gültige Ernährung propagiert wird, handelt es sich a priori

um Scharlatanerie – egal, wie viele Professoren Mittäter sind.

Uns fällt auch auf, dass die Ratschläge alle paar Jahre ändern.
Genau. Offenbar wandelt sich der Verdauungstrakt des Menschen ständig :

Vor zwanzig Jahren sollte er viel Fleisch und wenig Gemüse essen – er hatte

also den Verdauungstrakt eines Marders. Dann kam die Phase, wo er den

Magen eines Huhnes hatte, um all die empfohlenen Körnchen verdauen zu

können. Heute liegt im Verzehr von viel rohem Obst und Gemüse das Heil,

und der Mensch hat demnach den Verdauungstrakt eines Schafes bekommen.

Der renommierte deutsche Professor Hans Konrad Biesalski sagte über die

Ernährungswissenschaften: «Die meisten Aussagen können lediglich als

vorwissenschaftliche Erkenntnis angesehen wer-den.» -Willkommen im

Mittelalter!

Gibt es denn überhaupt keinen Ernährungsratschlag, an den wir

uns halten können?
Doch: Essen Sie nichts, was Ihnen nicht bekommt, und sei es noch so gesund!

Wie findet der Mensch heraus, was für ihn gut ist?
Indem er nicht darüber nachdenkt. Der Körper regelt das für ihn.

Aber vielleicht kann ich meine Ernährung verbessern, indem ich

darüber nachdenke.
Nein, mit dem Nachdenken beginnen erst die Probleme. Beginnen Sie über

Ihren Gang nachzudenken, werden Sie garantiert stolpern. Der Versuch,

seinem Körper Dinge vorzuschreiben, die dieser autonom erledigt, geht

meistens schief. Ein Beispiel: Viele Menschen glauben, sie brauchten bloss den

Zucker durch Süssstoff zu ersetzen und schon hätten sie die Kalorienzufuhr

reduziert. Der Verdauungstrakt, dieses doofe Abflussrohr, der merkt das ja eh

nicht. Aber der Verdauungstrakt ist kein Abflussrohr – der lässt sich nicht so

leicht übertölpeln.

Haben Süssstoffe etwa nicht weniger Kalorien als Zucker?
Doch. Aber die Dinge sind eben nicht so einfach. Sobald die Zunge etwas

Süsses registriert, hat der Körper die Erwartung, dass er jetzt Zucker bekommt. Darum schüttet er innerhalb von neunzig Sekunden etwas Insulin aus. Wenn dann aber kein Zucker kommt, weil’s bloss

Süssstoff war, macht sich das Insulin über den Restzucker her, den es im Blut

noch vorfindet. Dann sinkt der Blutzuckerspiegel, und Sie bekommen einen

Hunger, der viel stärker ist, als wenn Sie statt des Light-Produkts gar nichts

gegessen hätten. Im Endeffekt nehmen Sie mehr Kalorien zu sich. Das ist auch

der Grund, wieso genau die gleichen Süssstoffe, die beim Menschen als

Schlankmacher angepriesen werden, seit über zehn Jahren als Masthilfsmittel

für Schweine zugelassen sind. Können Sie in der Futtermittelverordnung der

EU nachlesen.

Kann man sich auf seinen Appetit verlassen?
Natürlich. Jedes Lebewesen verlässt sich darauf, und der Mensch hat sich

jahrtausendelang darauf verlassen. Erst seit wir im Überfluss leben, glauben

wir, die Ernährung steuern zu müssen.

Mittlerweile sollen wir drei Liter Wasser am Tag trinken. Wir haben

das Gefühl, dabei zu ersaufen.
Das ist ein schönes Beispiel, wie man mit gut gemeinten Ratschlägen einen

Menschen umbringen kann. Diese Empfehlung hat nämlich schon etliche

Todesfälle verursacht – vor allem bei Kleinkindern.

Wie kann man an Wasser sterben?
Der Körper braucht nicht nur Flüssigkeit, er braucht auch Natrium, also Salz,

damit er das Wasser wieder ausscheiden kann. Wenn Sie nun sehr viel trinken

und kaum Salz essen, können Sie kaum noch pinkeln. Das bisschen Natrium,

was der Körper noch hat, verlagert er nun in die Zellen. Fatalerweise

interpretieren das die Volumenrezeptoren in den Zellen als Wassermangel,

und Sie bekommen Durst und trinken noch mehr. In Wahrheit haben Sie aber

einen Wasserüberschuss – eine Wasservergiftung. In der Folge kann es zu

tödlichen Gehirn- und Lungenödemen kommen.

Warum trifft es vor allem Kleinkinder?
Weil die den ganzen Tag an ihren Schoppen nuckeln. So lautet ja die

Empfehlung: Möglichst viel trinken, möglichst natriumarme Fruchtsäfte.

Manche Kinder ernähren sich fast nur von Saft. Dadurch haben sie erstens zu

viel Wasser und zweitens zu wenig Salz, weil man Salz fast nur über feste

Nahrung zu sich nehmen kann. Manche glauben gar, das sei gesund, weil

Salz soll ja gefährlich sein.

Wir ahnen schon, dass dem nicht so ist.
Die ganze Geschichte hat sich vor wenigen Jahren als Ente entpuppt. Selbst die

oberste Gesundheitsbehörde der USA gestand ein, dass sie die Warnung vor

Salz ohne wissenschaftliche Basis verbreitet hatte.

Etwas verwirrt sind wir auch beim Alkohol. Ist er nun gut oder nicht?
Es hat sich gezeigt, dass der regelmässige moderate Konsum jeglicher Form

von Alkohol im Durchschnitt mit einer höheren Lebenserwartung verbunden ist.

Dann würden Sie also Alkoholkonsum empfehlen?
Ich mache generell keine Empfehlungen. Wenn Weintrinker eine grössere

Lebenserwartung haben, heisst das noch lange nicht, dass auch Abstinenzler

länger lebten, wenn man sie zum Alkohol zwänge.

Wie kommt die positive Wirkung von Alkohol zustande?
Bekanntlich arbeitet ja die Naturheilmedizin mit pflanzlichen Heilmitteln. Diese

werden normalerweise als alkoholischer Extrakt gegeben, weil die Wirkstoffe

in Wasser nicht löslich sind. Meine Vermutung ist nun, dass Alkohol beim Essen

oder danach wichtige Stoffe verfügbar macht – ja dass gewisse Spurenstoffe

in der Nahrung dem Körper überhaupt erst dank des Alkohols zugänglich sind.

Darum auch die Betonung des regelmässigen und moderaten Konsums. Sich

ab und zu betrinken ist hingegen kontraproduktiv.

Warum isst der Mensch die Dinge, die er isst?
Intuitiv würde man wohl antworten: weil sie ihm schmecken. Nun gibt es aber

zwei Beobachtungen, die dem widersprechen. Zum einen verschwinden neun

von zehn neuen Produkten innerhalb eines Jahres wieder vom Markt, obwohl

man sie nach allen Regeln der Kunst geschmacklich optimiert und getestet hat.

Zum andern gibt es viele Nahrungsmittel, Bier zum Beispiel oder Kaffee, die

beim ersten Mal scheusslich schmecken, beim zehnten Mal bestenfalls neutral,

ab dem hundertsten Mal aber unverzichtbar sind, obwohl der Geschmack,

objektiv gesehen, immer noch derselbe ist.

Wollen Sie damit behaupten, dass zwischen dem, was uns schmeckt,

und dem, was wir essen, gar kein Zusammenhang besteht?
Genau. Wenn man Ratten die Geschmacks- und Geruchsnerven chirurgisch

durchtrennt, fressen sie immer noch genau das, was sie physiologisch brauchen. Geruch und Geschmack sind bloss Indikatoren, die dem Bauch anzeigen, welche Stoffe er als Nächstes zu

verdauen hat. Aber die Steuerung darüber, was und wie viel wir zu uns

nehmen, geschieht in einem Organ tief in unserem Körper drinnen, im

sogenannten Darmhirn.

Darmhirn? Sollte unser Bauch tatsächlich denken können?
Man darf sich das nicht wie ein Gehirn vorstellen, eher wie ein

Nervenzellengeflecht wie das Rückenmark. Nicht wahr, beim Essen tanken

wir keineswegs bloss Energie – sondern wir beziehen aus der Nahrung die

Stoffe für die Regeneration des Körpers. Denn der Körper ist in ständigem

Umbau begriffen, alle paar Jahre erneuern sich sämtliche Zellen. Dieser

komplexe Prozess muss genau gesteuert werden, und das geschieht im

Darmhirn. Übrigens ist das Darmhirn entwicklungsgeschichtlich älter als das

Kopfhirn – deshalb setzt es sich bei Appetitfragen auch meistens durch.

Evolutionsbiologisch gesehen, ist das Gehirn eine Ausstülpung des Darmes.

Warum hat unser Darmhirn so selten Lust auf Vollkornbrot und

Frischkornbrei?
Weil diese Dinge bei übermässigem Verzehr zu nachhaltigen Schäden führen

können.

Wie das?
Das hängt damit zusammen, dass kein Lebewesen gern gefressen wird. Darum

wehren sich Pflanzen mit Dornen oder Spelzen oder Giften vor Frassfeinden.

Damit Getreide für uns bekömmlich ist, müssen die darin enthaltenen

Abwehrstoffe entfernt werden – das ist der Sinn des jahrtausendealten

Müller- und Bäckerhandwerks. Die Verarbeitungsmethoden sind bei allen

Getreidesorten seit Menschengedenken dieselben, und zwar in allen Kulturen:

Hafer wird entspelzt und dann als Brei oder Flocke genutzt. Aus Weizen macht

man Weissmehl und fermentiert und verbäckt es. Roggen wird gemahlen,

versäuert und dann gebacken. Gerste wird seit 5000 Jahren zu Bier verbraut.

Diese Techniken haben einen Sinn. Wenn der Frischkornbrei die ideale

Nahrungsform wäre, hätte die Menschheit seit Jahrtausenden ungeheure

Ressourcen verschwendet.

Warum sollten diese Techniken nicht auch mit Vollkornmehl

funktionieren?
Beim Roggen geht es ja, da bekommen Sie mit dem herkömmlichen Sauerteig

die meisten unerwünschten Abwehrstoffe weg. Allerdings haben wir heute

einen Trend zum weniger bekömmlichen Kunstsauer, weil vielen Bäckern ihr

traditionelles Handwerk zu umständlich ist.

Und beim Weizen?
Beim Weizen funktioniert die Versäuerungstechnik nicht so gut – darum muss

man die Kleie entfernen, denn da sitzen die unerwünschten Stoffe drin. Zum

Beispiel das Weizenkeimlektin, das ungehindert durch die Darmwand

hindurchgeht und etwa die Bauchspeicheldrüse angreift. Weizenkeimlektin

gehört zu den schädlichsten Stoffen, die in der Nahrung drin sind. Die

Menschheit hat es immer entfernt, indem sie den Weizen zu Weissmehl

verarbeitete. Bis die Ernährungsfachleute gekommen sind und behauptet

haben, Vollkorn sei gesünder.

Immerhin ist Vollkorn nahrhafter als Weissbrot.
Auch das ist eine Legende. Weissbrot vermögen wir vollständig in Energie

umzusetzen. Im Vollkornbrot aber sind Stoffe drin, die dafür sorgen, dass Sie

nur etwa die Hälfte der Stärke verdauen können. Die andere Hälfte gelangt als

unverdauter Brei in den Dickdarm, wo sich Mikroben mit Begeisterung darüber

hermachen. Sie bauen nun die Stärke zu Traubenzucker ab und verarbeiten

diesen weiter zu allerlei reizvollen Abgasen und Fuselalkoholen. Auf diese Weise hat der Vollwertköstler eine hübsche Zuckerfabrik in seinem Darm, die bei dauerhaftem Vollkornabusus zu

gesundheitlichen Schäden führt wie etwa Darmverpilzungen.

Warum verarbeitet der Mensch als einziges Lebewesen seine

Nahrung vor dem Verzehr?
Weil er dadurch Zeit und Energie gewinnt – ein entscheidender evolutionärer

Vorteil. Menschenaffen zum Beispiel verbringen den grössten Teil des Tages

damit, Nahrung zu suchen, zu essen und zu verdauen. Für den Affen ist das

Verdauen eine derart anstrengende und energieintensive Arbeit, dass er

daneben keiner anderen Tätigkeit nachgehen kann. Wir hingegen können

arbeiten und verdauen nebenher. Dank der Lebensmittelverarbeitung ist es

uns gelungen, Verdaulichkeit und Nährwert unserer Nahrung zu erhöhen –

deshalb ist unser Verdauungstrakt einfacher gebaut als bei Affen. Und mit der

schnell verfügbaren Energie treiben wir unsere riesigen Gehirne an. Wenn die

Ernährungsfachleute uns die Rückkehr zu Körnern und Rohkost empfehlen,

dann sollen sie bitte mit gutem Beispiel vorangehen und ihr Grosshirn gegen

zwei Meter Dickdarm eintauschen.

Die Nahrungsmittelverarbeitung als Motor der Evolution?
Genau. Das sehen Sie auch in der Kultur: Die beeindruckendsten kulturellen

Leistungen sind in Gegenden erbracht worden, wo leicht verdauliche Nahrung

zur Verfügung stand und die Lebensmittelverarbeitung weit fortgeschritten war.

Die Küche ist für die Evolution des Menschen genauso wichtig wie etwa die

Sprache. Aber weil die Küchenarbeit von Frauen gemacht wurde, galt sie als

minderwertig. Ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass die Frauen zurück an

den Herd gehören. Aber wir müssen dafür sorgen, dass unser

küchentechnisches Know-how nicht verloren geht, dass diese uralten

Kulturtechniken weitergegeben werden.

Wo soll das geschehen, wenn nicht am heimischen Herd?
In Fabriken.

Sie scherzen. Es gibt doch nichts Grauenvolleres als Fabrik-Food.
Das Problem ist, dass viele Hersteller ständig an den Rezepturen herumdrehen,

um sie billiger hinzubekommen. Am Schluss sieht das Produkt gleich aus und

schmeckt gleich wie ein herkömmliches, aber die Bekömmlichkeit sinkt.

Eben.
Das muss aber nicht so sein. Genau mit dieser Frage sollte sich die

Lebensmittelwissenschaft auseinander setzen: Wie können wir Nahrungsmittel

grosstechnisch so herstellen, dass sie einer haushaltsmässig zubereiteten

Mahlzeit gleichwertig sind – ohne faule Tricks? Das ist für unsere Gesundheit

ein viel wichtigeres Anliegen als die ewige Frage, was wir essen sollen.

Gibt es ein Produkt, vor dem Sie explizit warnen?
Ja. Ich warne vor allen Lebensmitteln, aus denen man etwas fürchterlich

Gefährliches herausgefischt und in die man etwas fürchterlich Gesundes

hineingewurstelt hat.

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 45/04

Buchempfehlung

 

Udo Pollmer, Suanne Warmuth, Lexikon der populären Ernährungsirrtümer, Piper Verlag, München, 2009